Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

1. Korinther 9

Augsburger GenerativBibel mittel

1Bin ich nicht frei? Bin ich nicht ein Apostel? Habe ich nicht Jesus, unseren Herrn, gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn?

2Wenn ich für andere kein Apostel bin, so bin ich es doch wenigstens für euch; denn ihr seid im Herrn das Siegel, das mein Apostelamt bestätigt.

3Das ist meine Verteidigung gegenüber denen, die mich zur Rechenschaft ziehen.

4Haben wir etwa nicht das Recht, zu essen und zu trinken?

5Haben wir etwa nicht das Recht, eine gläubige Frau als Ehefrau mitzunehmen, wie es auch die übrigen Apostel und die Brüder des Herrn und Kephas tun?

6Oder sind nur ich und Barnabas nicht berechtigt, auf Erwerbsarbeit zu verzichten?

7Wer leistet jemals Kriegsdienst auf eigene Kosten? Wer pflanzt einen Weinberg und isst nicht von seiner Frucht? Oder wer hütet eine Herde und trinkt nicht von der Milch der Herde?

8Sage ich das etwa nur aus menschlicher Sicht, oder sagt das nicht auch das Gesetz?

9Denn im Gesetz des Mose steht geschrieben: „Du sollst dem Ochsen, der drischt, das Maul nicht verbinden.“ Geht es Gott dabei etwa um die Ochsen?

10Oder sagt er es nicht ganz gewiss um unsertwillen? Ja, um unsertwillen wurde es geschrieben: Wer pflügt, soll in der Hoffnung pflügen, und wer drischt, soll es in der Hoffnung tun, seinen Anteil zu bekommen.

11Wenn wir bei euch das Geistliche gesät haben, ist es dann zu viel verlangt, wenn wir von euch das Irdische ernten?

12Wenn andere dieses Anrecht euch gegenüber haben, haben wir es dann nicht erst recht? Doch wir haben von diesem Recht keinen Gebrauch gemacht, sondern ertragen alles, um dem Evangelium von Christus kein Hindernis in den Weg zu legen.

13Wisst ihr nicht, dass die, die im Tempel den Dienst verrichten, von dem leben, was zum Tempel gehört, und dass die, die am Altar Dienst tun, ihren Anteil vom Altar erhalten?

14Genauso hat auch der Herr angeordnet, dass die, die das Evangelium verkünden, vom Evangelium leben sollen.

15Ich aber habe von keinem dieser Rechte Gebrauch gemacht. Und ich schreibe das nicht, damit es nun bei mir so gehandhabt werde; denn lieber wollte ich sterben, als — meinen Ruhm soll mir niemand zunichtemachen.

16Denn wenn ich das Evangelium verkündige, ist das für mich kein Grund zum Rühmen; ein Zwang lastet ja auf mir. Wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündige!

17Denn wenn ich dies aus freiem Willen tue, habe ich Anspruch auf Lohn; tue ich es aber unfreiwillig, so ist mir doch ein Auftrag anvertraut.

18Worin besteht also mein Lohn? Darin, dass ich das Evangelium verkündige und es kostenlos anbiete, sodass ich von meinem Recht, das mir durch das Evangelium zusteht, keinen vollen Gebrauch mache.

19Denn obwohl ich von allen frei bin, habe ich mich allen zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen.

20Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, um Juden zu gewinnen; denen, die unter dem Gesetz stehen, wie einer, der unter dem Gesetz steht — obwohl ich selbst nicht unter dem Gesetz stehe —, um die unter dem Gesetz zu gewinnen;

21denen, die ohne Gesetz sind, wie einer ohne Gesetz — obwohl ich nicht ohne Gottes Gesetz bin, sondern an das Gesetz von Christus gebunden —, um die ohne Gesetz zu gewinnen;

22Den Schwachen bin ich schwach geworden, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten.

23Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um selbst Anteil daran zu haben.

24Wisst ihr nicht, dass beim Wettlauf im Stadion zwar alle laufen, aber nur einer den Siegespreis bekommt? Lauft so, dass ihr ihn gewinnt!

25Jeder, der an einem Wettkampf teilnimmt, lebt in allem enthaltsam — jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu erringen, wir aber einen unvergänglichen.

26Ich laufe also nicht wie einer, der kein Ziel hat; ich kämpfe nicht wie ein Boxer, der nur in die Luft schlägt.

27Sondern ich behandle meinen Körper hart und mache ihn mir gefügig, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt habe, selbst verworfen werde.