Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Psalmen 39

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Für den Chorleiter, für Jedutun. Ein Psalm von David.

2Ich nahm mir vor: Ich will aufpassen, was ich tue, und mich nicht versündigen mit dem, was ich sage. Ich lege meinem Mund einen Maulkorb an, solange der Gottlose mir gegenübersteht.

3Da blieb ich stumm und still, ich schwieg sogar zum Guten, doch mein Schmerz wühlte mich nur noch mehr auf.

4Mein Herz brannte heiß in mir, beim Grübeln loderte ein Feuer auf, da sprach ich es schließlich aus:

5Lass mich erkennen, HERR, wann mein Ende kommt und wie viele Tage mir noch bleiben. Ich will begreifen, wie vergänglich ich bin.

6Sieh nur, ein paar Handbreit lang hast du meine Tage gemacht, meine Lebensspanne ist vor dir wie nichts. Wirklich, jeder Mensch, der so fest dasteht, ist nur ein Hauch. Sela.

7Wie ein Schatten zieht der Mensch dahin, um nichts als einen Hauch macht er sich Lärm. Er häuft Besitz an und weiß nicht einmal, wer ihn einmal bekommt.

8Und jetzt, Herr, worauf soll ich noch warten? Du allein bist meine Hoffnung.

9Befreie mich von allem, was ich verschuldet habe, und lass mich nicht zum Gespött eines Narren werden.

10Ich bleibe stumm und mache den Mund nicht auf, denn du selbst hast es so gefügt.

11Nimm die Plage von mir, mit der du mich schlägst; unter deiner Hand gehe ich zugrunde.

12Du strafst den Menschen mit Vorwürfen für seine Schuld und lässt zerfressen, was ihm lieb ist, wie die Motte es tut. Wirklich, jeder Mensch ist nur ein Hauch. Sela.

13Hör mein Gebet, HERR, und achte auf meinen Hilfeschrei. Schweig nicht zu meinen Tränen. Denn ich bin nur ein Fremder bei dir, ein Gast, so wie alle meine Vorfahren.

14Wende deinen Blick von mir ab, damit ich noch einmal aufatmen kann, bevor ich gehe und nicht mehr da bin.