Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Matthäus 18

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1In jener Zeit kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn: Wer ist eigentlich der Größte in Gottes neuer Welt, im Himmelreich?

2Da rief Jesus ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie.

3Dann sagte er: Eins ist sicher: Wenn ihr euch nicht ändert und wie die Kinder werdet, kommt ihr niemals in Gottes neue Welt.

4Wer sich also so klein macht wie dieses Kind, der ist in Gottes neuer Welt der Größte.

5Und wer so ein Kind aufnimmt, weil es zu mir gehört, der nimmt mich selbst auf.

6Aber wer einen von diesen Geringen, die an mich glauben, vom Glauben abbringt, für den wäre es besser, man würde ihm einen großen Mühlstein um den Hals hängen und ihn im tiefen Meer versenken.

7Wie schlimm steht es um die Welt, weil so vieles Menschen vom Glauben wegreißt! So etwas muss zwar kommen, aber wie schlimm steht es um den, durch den es kommt.

8Wenn deine Hand oder dein Fuß dich dazu bringt, den Glauben aufzugeben, dann trenn dich davon und wirf es weg. Es ist besser für dich, verkrüppelt oder gehbehindert ins Leben zu kommen, als mit beiden Händen und Füßen ins ewige Feuer geworfen zu werden.

9Und wenn dein Auge dich dazu bringt, den Glauben aufzugeben, dann reiß es heraus und wirf es weg. Es ist besser für dich, mit nur einem Auge ins Leben zu kommen, als mit beiden Augen ins Höllenfeuer geworfen zu werden.

10Passt auf, dass ihr keinen von diesen Geringen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen immer das Gesicht meines Vaters im Himmel.

11[ausgelassen] Vers 11 („Denn der Menschensohn ist gekommen, zu retten, was verloren ist“) fehlt in den ältesten Handschriften; aus Lukas 19,10 übernommen.

12Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eins davon verläuft sich, lässt er dann nicht die neunundneunzig in den Bergen zurück und geht das verlorene suchen?

13Und wenn er es findet, dann sage ich euch ganz klar: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die gar nicht weggelaufen sind.

14Genauso will euer Vater im Himmel nicht, dass auch nur einer von diesen Geringen verloren geht.

15Wenn jemand, der zu dir gehört, etwas Falsches tut, dann geh zu ihm und sprich ihn allein darauf an. Wenn er auf dich hört, hast du ihn zurückgewonnen.

16Hört er nicht, dann nimm noch ein oder zwei Leute mit. Denn jede Sache soll durch zwei oder drei Zeugen bestätigt werden.

17Will er auch auf sie nicht hören, dann sag es der Gemeinde. Und wenn er nicht einmal auf die Gemeinde hört, dann behandle ihn wie einen Außenstehenden oder einen Zöllner.

18Ich sage euch ganz klar: Was ihr hier auf der Erde bindet, das ist auch im Himmel gebunden, und was ihr hier auf der Erde freigebt, das ist auch im Himmel freigegeben.

19Und noch etwas sage ich euch: Wenn zwei von euch sich hier auf der Erde einig sind über etwas, worum sie bitten, dann wird es ihnen mein Vater im Himmel geben.

20Denn wo zwei oder drei zusammenkommen, weil sie zu mir gehören, da bin ich mitten unter ihnen.

21Da kam Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich jemandem vergeben, der mir immer wieder Unrecht tut? Reicht siebenmal?

22Jesus antwortete ihm: Nein, nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.

23Darum ist es mit Gottes neuer Welt wie mit einem König, der mit seinen Dienern abrechnen wollte.

24Gleich zu Beginn brachte man einen zu ihm, der ihm einen riesigen Berg an Schulden hatte, Millionen.

25Er konnte nicht bezahlen. Da befahl der König, ihn samt Frau, Kindern und allem, was er hatte, zu verkaufen, um die Schuld zu begleichen.

26Da warf sich der Diener vor ihm zu Boden und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich zahle dir alles zurück.

27Der König hatte Mitleid mit ihm. Er ließ ihn gehen und erließ ihm die ganze Schuld.

28Kaum war der Diener draußen, traf er einen Kollegen, der ihm einen kleinen Betrag schuldete, hundert Tageslöhne. Er packte ihn, würgte ihn und sagte: Bezahl mir, was du mir schuldest!

29Der Kollege warf sich vor ihm zu Boden und bat ihn: Hab Geduld mit mir! Ich zahle dir alles zurück.

30Aber der wollte nicht. Er ging hin und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt hätte.

31Als die anderen Diener sahen, was da passiert war, waren sie tief betroffen. Sie gingen zum König und erzählten ihm alles.

32Da rief ihn der König zu sich und sagte: Du gemeiner Kerl! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich darum gebeten hast.

33Hättest du da nicht auch mit deinem Kollegen Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?

34Voller Zorn übergab ihn der König den Folterknechten, bis er ihm alles zurückgezahlt hätte.

35Genauso wird mein Vater im Himmel mit euch umgehen, wenn nicht jeder von euch dem anderen von Herzen vergibt.