Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Matthäus 15

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Da kamen Pharisäer und Schriftgelehrte aus Jerusalem zu Jesus und fragten:

2Warum halten sich deine Jünger nicht an die alten Regeln unserer Vorfahren? Sie waschen sich nicht einmal die Hände, bevor sie essen.

3Jesus antwortete: Und warum brecht ihr selbst Gottes Gebot, nur um eure eigenen Regeln einzuhalten?

4Denn Gott hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter. Und: Wer Vater oder Mutter verflucht, der soll sterben.

5Ihr aber sagt: Wer zu seinem Vater oder seiner Mutter sagt: Das, womit ich dir helfen könnte, habe ich Gott geweiht, der braucht für seine Eltern nicht mehr zu sorgen.

6So setzt ihr Gottes Gesetz außer Kraft, nur um eure eigenen Regeln zu wahren.

7Ihr Heuchler! Der Prophet Jesaja hat genau über euch gesprochen, als er sagte:

8Diese Leute reden schön von mir, aber im Herzen sind sie weit weg von mir.

9Es bringt nichts, wenn sie mich verehren, denn was sie lehren, sind nur von Menschen erdachte Regeln.

10Dann rief Jesus die Leute zu sich und sagte: Hört gut zu und begreift es!

11Nicht das, was man in den Mund hineinsteckt, macht einen Menschen schlecht. Sondern das, was aus seinem Mund herauskommt, das macht ihn schlecht.

12Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Ist dir klar, dass die Pharisäer sich über das, was du gesagt hast, geärgert haben?

13Jesus antwortete: Jede Pflanze, die nicht mein Vater im Himmel gepflanzt hat, wird mit der Wurzel ausgerissen.

14Kümmert euch nicht um sie! Sie sind blinde Anführer von Blinden. Und wenn ein Blinder einen Blinden führt, fallen beide in die Grube.

15Da bat ihn Petrus: Erkläre uns dieses Bild.

16Jesus sagte: Begreift selbst ihr es immer noch nicht?

17Versteht ihr denn nicht? Alles, was in den Mund kommt, geht in den Magen und wird dann wieder ausgeschieden.

18Aber was aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das macht einen Menschen schlecht.

19Denn aus dem Herzen kommen die bösen Gedanken: Mord, Ehebruch, sexuelle Vergehen, Diebstahl, Lügen vor Gericht und Verleumdung.

20Das ist es, was einen Menschen schlecht macht. Aber mit ungewaschenen Händen zu essen, das macht keinen Menschen schlecht.

21Jesus verließ diesen Ort und zog sich in die Gegend von Tyrus und Sidon zurück.

22Da kam eine Frau aus diesem Gebiet, eine Kanaaniterin, und rief laut: Herr, du Sohn Davids, hab Mitleid mit mir! Meine Tochter wird von einem bösen Geist schlimm gequält.

23Aber Jesus gab ihr keine Antwort. Seine Jünger kamen zu ihm und drängten ihn: Schick sie doch weg, sie läuft uns ständig schreiend hinterher.

24Jesus antwortete: Ich bin nur zu den verlorenen Schafen des Volkes Israel gesandt worden.

25Doch die Frau kam, fiel vor ihm auf die Knie und bat: Herr, hilf mir!

26Jesus antwortete: Es ist nicht richtig, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.

27Sie sagte: Das stimmt, Herr. Aber selbst die Hunde fressen die Krümel, die vom Tisch ihrer Besitzer fallen.

28Da sagte Jesus zu ihr: Frau, dein Vertrauen ist groß! Was du willst, soll geschehen. Und ihre Tochter wurde in genau diesem Moment gesund.

29Jesus zog von dort weiter und kam an den See von Galiläa. Er stieg auf einen Berg und setzte sich dort hin.

30Da kamen sehr viele Menschen zu ihm. Sie brachten Gelähmte, Blinde, Stumme, Verkrüppelte und viele andere Kranke mit und legten sie vor seine Füße. Und er machte sie gesund.

31Die Leute staunten, als sie sahen, wie Stumme reden konnten, Verkrüppelte gesund wurden, Gelähmte gehen konnten und Blinde wieder sehen konnten. Und sie lobten den Gott Israels.

32Jesus rief seine Jünger zu sich und sagte: Diese Menschen tun mir leid. Sie sind jetzt schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. Ich will sie nicht hungrig wegschicken, sonst brechen sie unterwegs zusammen.

33Die Jünger sagten zu ihm: Wo sollen wir hier in der Einöde so viel Brot herbekommen, dass so viele Menschen satt werden?

34Jesus fragte sie: Wie viele Brote habt ihr? Sie sagten: Sieben, und ein paar kleine Fische.

35Da forderte er die Leute auf, sich auf den Boden zu setzen.

36Dann nahm er die sieben Brote und die Fische, dankte Gott, brach sie in Stücke und gab sie den Jüngern, und die Jünger teilten sie an die Leute aus.

37Alle aßen und wurden satt. Und was übrig blieb, sammelten sie ein: sieben volle Körbe.

38Es waren viertausend Männer, die gegessen hatten, Frauen und Kinder nicht mitgezählt.

39Danach schickte er die Leute nach Hause, stieg ins Boot und fuhr in die Gegend von Magadan.