Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 4

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Jesus war ganz erfüllt vom Heiligen Geist. Er kam vom Jordan zurück, und der Geist führte ihn in der Wüste umher.

2Vierzig Tage lang. Die ganze Zeit stellte der Teufel ihn auf die Probe. In diesen Tagen aß Jesus nichts. Als sie vorbei waren, hatte er Hunger.

3Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann sag doch zu diesem Stein, er soll zu Brot werden.

4Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.

5Dann führte der Teufel ihn hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Moment alle Reiche der Welt.

6Er sagte zu ihm: Diese ganze Macht und allen Glanz dieser Reiche gebe ich dir. Denn das alles wurde mir überlassen, und ich kann es geben, wem ich will.

7Du musst nur vor mir niederknien und mich anbeten, dann gehört alles dir.

8Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Bete nur den Herrn an, deinen Gott, und diene ihm allein.

9Dann brachte der Teufel ihn nach Jerusalem. Er stellte ihn auf die höchste Stelle des Tempels und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring hier hinunter.

10Denn in der Schrift steht: Gott wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, auf dich aufzupassen.

11Und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit du nicht mit dem Fuß gegen einen Stein stößt.

12Jesus antwortete ihm: Es heißt aber auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.

13Als der Teufel ihn auf jede Art versucht hatte, ließ er Jesus für eine Weile in Ruhe.

14Jesus kehrte voller Kraft des Geistes nach Galiläa zurück. Bald sprach man in der ganzen Gegend über ihn.

15Er lehrte in ihren Synagogen, und alle lobten ihn.

16Dann kam er nach Nazaret, wo er aufgewachsen war. Am Sabbat ging er wie immer in die Synagoge. Er stand auf, um vorzulesen.

17Man reichte ihm die Schriftrolle des Propheten Jesaja. Er rollte sie auf und fand die Stelle, wo steht:

18Der Geist des Herrn ruht auf mir. Denn er hat mich gesalbt und beauftragt, den Armen die gute Nachricht zu bringen. Er hat mich geschickt,

19den Gefangenen zu sagen, dass sie frei sind, und den Blinden, dass sie wieder sehen werden. Ich soll die Unterdrückten befreien und ausrufen: Jetzt ist das Jahr da, in dem der Herr seine Gnade zeigt.

20Dann rollte er die Schriftrolle wieder zusammen, gab sie dem Diener zurück und setzte sich. Alle in der Synagoge sahen ihn unverwandt an.

21Da fing er an zu ihnen zu sprechen: Heute, während ihr zuhört, ist dieses Wort der Schrift wahr geworden.

22Alle redeten gut über ihn und staunten über die guten Worte, die er sagte. Sie fragten sich: Ist das nicht der Sohn von Josef?

23Da sagte er zu ihnen: Bestimmt haltet ihr mir dieses Sprichwort vor: Arzt, heile dich selbst! Was wir aus Kafarnaum gehört haben, das mach doch auch hier in deiner Heimatstadt.

24Dann fügte er hinzu: Eins ist sicher: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.

25Ich sage euch ehrlich: Zur Zeit des Propheten Elija gab es viele Witwen in Israel. Damals regnete es drei Jahre und sechs Monate lang nicht, und im ganzen Land herrschte eine große Hungersnot.

26Trotzdem wurde Elija zu keiner von ihnen geschickt, sondern nur zu einer Witwe nach Sarepta bei Sidon.

27Und zur Zeit des Propheten Elischa gab es viele Aussätzige in Israel. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur Naaman aus Syrien.

28Als die Leute in der Synagoge das hörten, wurden sie alle wütend.

29Sie sprangen auf, trieben ihn aus der Stadt und brachten ihn an den Rand des Berges, auf dem ihre Stadt lag. Dort wollten sie ihn hinunterstürzen.

30Doch er ging einfach mitten durch sie hindurch und entkam.

31Dann ging er hinunter nach Kafarnaum, einer Stadt in Galiläa, und lehrte die Leute am Sabbat.

32Sie waren tief beeindruckt von dem, was er lehrte, denn er sprach mit echter Vollmacht.

33In der Synagoge war ein Mann, in dem ein böser Geist steckte. Er schrie laut:

34Hey, was willst du von uns, Jesus aus Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu vernichten? Ich weiß genau, wer du bist: der Heilige Gottes!

35Jesus befahl ihm streng: Sei still und verlass diesen Mann! Da warf der böse Geist den Mann mitten unter die Leute und verließ ihn, ohne ihm wehzutun.

36Alle waren entsetzt und redeten durcheinander: Was ist das nur für eine Macht? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er den bösen Geistern, und sie verschwinden!

37Und überall in der ganzen Gegend sprach man über ihn.

38Jesus verließ die Synagoge und ging in das Haus von Simon. Dort lag Simons Schwiegermutter mit hohem Fieber im Bett. Die Leute baten Jesus, ihr zu helfen.

39Er beugte sich über sie und befahl dem Fieber, zu verschwinden. Da ließ es nach. Sofort stand sie auf und sorgte für sie.

40Als die Sonne unterging, brachten alle ihre Kranken zu ihm, die an den verschiedensten Krankheiten litten. Jesus legte jedem Einzelnen die Hände auf und heilte sie.

41Auch böse Geister verließen viele Menschen. Sie schrien: Du bist Gottes Sohn! Aber Jesus fuhr sie streng an und ließ sie nicht reden, denn sie wussten, dass er der Christus war.

42Am Morgen ging Jesus an einen einsamen Ort. Die Leute suchten ihn. Als sie ihn fanden, wollten sie ihn festhalten, damit er nicht wegging.

43Aber er sagte zu ihnen: Auch den anderen Städten muss ich die gute Nachricht von Gottes neuer Welt bringen. Dafür hat Gott mich geschickt.

44Und so predigte er weiter in den Synagogen von Galiläa.