Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Lukas 14

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1An einem Sabbat war Jesus bei einem führenden Pharisäer zum Essen eingeladen. Die anderen Gäste passten genau auf, was er tat.

2Da war ein Mann vor ihm, der wegen einer Krankheit am ganzen Körper geschwollen war.

3Jesus fragte die Gesetzeslehrer und Pharisäer: „Darf man am Sabbat jemanden heilen oder nicht?“ Doch sie sagten nichts.

4Da fasste Jesus den Mann an, machte ihn gesund und schickte ihn weg.

5Dann sagte er zu ihnen: „Stellt euch vor, euer Sohn oder euer Ochse fällt in einen Brunnen. Holt ihr ihn nicht sofort wieder heraus, auch wenn gerade Sabbat ist?“

6Darauf wussten sie keine Antwort.

7Jesus beobachtete, wie sich die Gäste die besten Plätze aussuchten. Da erzählte er ihnen eine Beispielgeschichte:

8„Wenn dich jemand zu einer Hochzeit einlädt, dann setz dich nicht gleich auf den besten Platz. Vielleicht ist ja jemand Wichtigeres eingeladen als du.

9Dann kommt der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, und sagt zu dir: ‚Mach diesem Mann Platz!‘ Und du musst dich beschämt ganz nach hinten setzen.

10Mach es lieber andersherum: Wenn du eingeladen bist, setz dich nach hinten. Dann kommt der Gastgeber und sagt zu dir: ‚Freund, komm doch weiter nach vorn!‘ So wirst du vor allen anderen Gästen geehrt.

11Denn wer sich selbst groß macht, wird klein gemacht. Und wer sich selbst klein macht, wird groß gemacht.“

12Dann sagte er auch zu seinem Gastgeber: „Wenn du ein Essen gibst, dann lade nicht deine Freunde, Geschwister, Verwandten oder reichen Nachbarn ein. Denn die laden dich dann auch wieder ein, und damit hast du deinen Lohn schon bekommen.

13Lade lieber Arme ein, Behinderte, Gelähmte und Blinde.

14Dann hast du es gut, denn sie können dir nichts zurückgeben. Gott selbst wird es dir vergelten, wenn die Menschen auferstehen, die nach seinem Willen gelebt haben.“

15Einer der Gäste hörte das und sagte zu ihm: „Glücklich ist, wer einmal in Gottes neuer Welt mit am Tisch sitzen darf!“

16Jesus antwortete: „Ein Mann gab ein großes Fest und lud viele Leute ein.

17Als das Fest beginnen sollte, schickte er seinen Diener los, um den Eingeladenen zu sagen: ‚Kommt, es ist alles fertig!‘

18Aber alle wollten sich entschuldigen. Der erste sagte: ‚Ich habe gerade ein Feld gekauft und muss es mir ansehen. Bitte entschuldige mich.‘

19Ein anderer sagte: ‚Ich habe fünf Ochsengespanne gekauft und will sie ausprobieren. Bitte entschuldige mich.‘

20Ein dritter sagte: ‚Ich habe gerade geheiratet und kann deshalb nicht kommen.‘

21Der Diener kam zurück und erzählte das alles seinem Herrn. Da wurde der Gastgeber wütend und befahl seinem Diener: ‚Lauf schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen, die Behinderten, die Blinden und die Gelähmten herein!‘

22Der Diener berichtete: ‚Herr, ich habe getan, was du gesagt hast, aber es ist immer noch Platz frei.‘

23Da sagte der Herr zu seinem Diener: ‚Geh hinaus auf die Landstraßen und an die Zäune und überrede die Leute zu kommen, damit mein Haus voll wird.

24Denn das sage ich euch: Keiner von denen, die ich zuerst eingeladen hatte, wird auch nur einen Bissen von meinem Essen bekommen.‘“

25Viele Menschen zogen mit Jesus mit. Er drehte sich zu ihnen um und sagte:

26Wer zu mir gehören will, muss mich mehr lieben als seinen Vater und seine Mutter, seine Frau und seine Kinder, seine Brüder und Schwestern, ja sogar mehr als sein eigenes Leben. Sonst kann er nicht mein Jünger sein.

27Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein.

28Stellt euch vor, einer von euch will einen Turm bauen. Setzt er sich nicht zuerst hin und rechnet aus, was er kostet, und ob sein Geld reicht, um ihn fertig zu bauen?

29Sonst legt er nur das Fundament und schafft es nicht, fertig zu werden. Und alle, die zusehen, lachen ihn aus

30und sagen: ‚Der hat angefangen zu bauen und es nicht zu Ende gebracht!‘

31Oder stellt euch einen König vor, der gegen einen anderen König in den Krieg ziehen will. Setzt er sich nicht zuerst hin und überlegt, ob er mit seinen zehntausend Soldaten gegen die zwanzigtausend des anderen bestehen kann?

32Wenn er merkt, dass er keine Chance hat, schickt er Boten los, solange der Feind noch weit weg ist, und bittet um Frieden.

33Genauso ist es bei euch: Wer nicht bereit ist, auf alles zu verzichten, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.

34Salz ist etwas Gutes. Aber wenn das Salz seinen Geschmack verliert, wie soll es dann wieder salzig werden?

35Es ist weder für den Acker noch für den Misthaufen zu gebrauchen. Man wirft es einfach weg. Wer Ohren hat, der soll gut zuhören!“