Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Johannes 13

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Kurz vor dem Passafest wusste Jesus: Jetzt ist es so weit. Er würde diese Welt verlassen und zu seinem Vater gehen. Die Menschen, die zu ihm gehörten, hatte er immer geliebt. Und jetzt zeigte er ihnen seine Liebe bis zum Schluss.

2Sie saßen gerade beim Essen. Der Teufel hatte Judas, dem Sohn von Simon Iskariot, schon den Gedanken eingegeben, Jesus zu verraten.

3Jesus wusste, dass sein Vater ihm alles in die Hand gegeben hatte. Er wusste auch: Er war von Gott gekommen und ging jetzt zu Gott zurück.

4Da stand er vom Tisch auf, zog sein Obergewand aus und band sich ein Leinentuch um.

5Dann goss er Wasser in eine Schüssel und fing an, seinen Jüngern die Füße zu waschen. Mit dem Tuch, das er sich umgebunden hatte, trocknete er sie wieder ab.

6So kam er auch zu Simon Petrus. Der sagte: Herr, du willst mir die Füße waschen?

7Jesus antwortete ihm: Was ich da tue, verstehst du jetzt noch nicht. Aber später wirst du es begreifen.

8Petrus sagte: Auf keinen Fall wäschst du mir jemals die Füße! Jesus antwortete: Wenn ich dich nicht wasche, gehörst du nicht zu mir.

9Da sagte Simon Petrus: Herr, dann wasch mir nicht nur die Füße, sondern auch die Hände und den Kopf!

10Jesus sagte: Wer gebadet hat, ist ganz sauber und muss sich nicht noch einmal waschen. Auch ihr seid rein, aber nicht alle von euch.

11Jesus wusste ja, wer ihn verraten würde. Darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

12Nachdem er ihnen die Füße gewaschen hatte, zog er sein Gewand wieder an und setzte sich zurück an den Tisch. Dann fragte er sie: Versteht ihr, was ich gerade für euch getan habe?

13Ihr nennt mich Lehrer und Herr, und das stimmt ja auch, denn das bin ich.

14Wenn schon ich euch die Füße gewaschen habe, obwohl ich euer Herr und Lehrer bin, dann sollt auch ihr einander die Füße waschen.

15Ich habe euch damit ein Beispiel gegeben. Macht es genauso, wie ich es euch vorgemacht habe.

16Eins ist sicher: Kein Diener steht über seinem Herrn, und kein Bote ist wichtiger als der, der ihn geschickt hat.

17Wenn ihr das wisst und auch danach handelt, dann habt ihr es gut.

18Ich rede nicht von euch allen. Ich weiß genau, wen ich ausgesucht habe. Aber es muss so kommen, wie es in der Schrift steht: Einer, der mit mir am selben Tisch isst, hat sich gegen mich gestellt.

19Ich sage es euch jetzt schon, bevor es passiert. Wenn es dann eintrifft, sollt ihr glauben, dass ich es bin.

20Eins ist sicher: Wer einen aufnimmt, den ich schicke, der nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich geschickt hat.

21Als Jesus das gesagt hatte, war er zutiefst aufgewühlt. Er sprach es offen aus: Ich sage euch ganz klar: Einer von euch wird mich verraten.

22Die Jünger sahen sich ratlos an. Keiner wusste, wen er meinte.

23Einer von seinen Jüngern, den Jesus besonders liebte, lag direkt neben ihm am Tisch.

24Simon Petrus gab ihm ein Zeichen und sagte: Frag ihn, wen er meint.

25Der lehnte sich näher zu Jesus und fragte ihn: Herr, wer ist es?

26Jesus antwortete: Es ist der, dem ich gleich ein Stück Brot gebe, das ich eintauche. Dann tauchte er das Brot ein und gab es Judas, dem Sohn von Simon Iskariot.

27Sobald Judas das Brot genommen hatte, ergriff der Satan von ihm Besitz. Jesus sagte zu ihm: Was du vorhast, das tu schnell.

28Keiner von denen am Tisch verstand, warum Jesus das zu ihm sagte.

29Judas verwaltete die gemeinsame Kasse. Deshalb dachten einige, Jesus habe ihm gesagt, er solle einkaufen, was sie für das Fest brauchten, oder den Armen etwas geben.

30Judas nahm das Brot und ging sofort hinaus. Es war Nacht.

31Als Judas draußen war, sagte Jesus: Jetzt zeigt sich die Herrlichkeit des Menschensohnes, und durch ihn wird die Herrlichkeit Gottes sichtbar.

32Wenn durch ihn Gottes Herrlichkeit sichtbar wird, dann wird auch Gott ihn an seiner eigenen Herrlichkeit teilhaben lassen, und das schon bald.

33Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen. Und was ich schon den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dahin könnt ihr nicht mitkommen.

34Ich gebe euch ein neues Gebot: Liebt einander! So wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.

35Daran werden alle erkennen, dass ihr zu mir gehört: wenn ihr einander liebt.

36Simon Petrus fragte ihn: Herr, wohin gehst du? Jesus antwortete: Wohin ich gehe, dahin kannst du mir jetzt noch nicht folgen. Aber später wirst du mir folgen.

37Petrus sagte: Herr, warum kann ich dir jetzt nicht folgen? Ich bin bereit, für dich mein Leben zu geben.

38Jesus antwortete: Du willst für mich dein Leben geben? Ich sage dir ganz klar: Noch bevor der Hahn kräht, wirst du dreimal behaupten, mich gar nicht zu kennen.