Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Jakobus 2

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Meine Geschwister, ihr glaubt doch an Jesus Christus, unseren Herrn, der voller Herrlichkeit ist. Dann dürft ihr die Menschen nicht unterschiedlich behandeln und den einen dem anderen vorziehen.

2Stellt euch vor: In eure Versammlung kommt ein Mann mit Goldring und teurer Kleidung. Und gleichzeitig kommt ein Armer in schmutzigen Klamotten herein.

3Und ihr schaut nur den gut Gekleideten an und sagt: „Setz dich hierher auf den guten Platz!" Zu dem Armen aber sagt ihr: „Stell dich dort hin" oder „Setz dich hier unten zu meinen Füßen."

4Macht ihr da nicht einen Unterschied zwischen den Menschen? Und urteilt ihr nicht nach üblen Hintergedanken?

5Hört zu, liebe Geschwister: Gerade die Armen, die in dieser Welt nichts gelten, hat Gott ausgewählt. Sie sollen reich im Glauben sein und das Reich erben, das Gott allen versprochen hat, die ihn lieben.

6Ihr aber behandelt den Armen geringschätzig. Dabei sind es doch die Reichen, die euch ausnutzen und vor Gericht zerren.

7Und sind nicht gerade sie es, die den guten Namen verspotten, nach dem ihr genannt seid?

8Wenn ihr dagegen das königliche Gesetz wirklich befolgt, das in der Schrift steht: „Liebe deinen Mitmenschen so, wie du dich selbst liebst", dann macht ihr es richtig.

9Wenn ihr aber Menschen unterschiedlich behandelt, dann tut ihr Unrecht. Das Gesetz überführt euch dann als Gesetzesbrecher.

10Denn wer das ganze Gesetz befolgt, aber in einem einzigen Punkt versagt, hat gegen das ganze Gesetz verstoßen.

11Gott hat gesagt: „Brich nicht die Ehe." Er hat aber auch gesagt: „Töte nicht." Wenn du nun zwar die Ehe nicht brichst, aber jemanden tötest, hast du das Gesetz trotzdem gebrochen.

12Redet und handelt also immer so, als würdet ihr nach dem Gesetz beurteilt, das euch frei macht.

13Denn wer kein Erbarmen mit anderen hatte, wird auch kein Erbarmen finden, wenn Gott ihn beurteilt. Doch das Erbarmen ist stärker als das Urteil.

14Was bringt es, liebe Geschwister, wenn jemand behauptet, er glaube, aber nichts davon zeigt sich in dem, was er tut? Kann so ein Glaube ihn retten?

15Stellt euch vor, ein Bruder oder eine Schwester hat nichts anzuziehen und nicht genug zu essen für den Tag.

16Und einer von euch sagt zu ihnen: „Macht's gut, bleibt schön warm und esst euch satt!" Gibt ihnen aber nicht, was sie zum Leben brauchen, was bringt das dann?

17Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er sich nicht im Handeln zeigt, ist er für sich allein tot.

18Nun könnte jemand sagen: „Du hast eben den Glauben, und ich habe die Taten." Gut, dann zeig mir doch deinen Glauben ohne Taten! Ich aber zeige dir meinen Glauben gerade durch das, was ich tue.

19Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt? Schön und gut. Das glauben sogar die bösen Geister, und sie zittern dabei vor Angst.

20Willst du es endlich begreifen, du uneinsichtiger Mensch? Ein Glaube ohne Taten ist wertlos.

21Denkt an Abraham, unseren Stammvater: Gott erkannte ihn als gerecht an, weil er bereit war, seinen Sohn Isaak auf dem Altar zu opfern.

22Du siehst also: Sein Glaube und sein Handeln gingen Hand in Hand. Und erst durch sein Handeln wurde sein Glaube vollkommen.

23So traf genau das ein, was in der Schrift steht: „Abraham vertraute Gott, und das rechnete Gott ihm als Gerechtigkeit an." Und er wurde sogar Gottes Freund genannt.

24Ihr seht also: Gott erklärt einen Menschen für gerecht aufgrund dessen, was er tut, und nicht allein wegen seines Glaubens.

25Genauso war es bei Rahab, der Prostituierten: Gott erkannte sie als gerecht an, weil sie die Boten bei sich aufnahm und ihnen auf einem anderen Weg zur Flucht verhalf.

26Denn wie der Körper ohne den Lebensgeist tot ist, so ist auch der Glaube tot, wenn er sich nicht im Handeln zeigt.