Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Hebräer 12

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Um uns herum stehen so viele Zeugen wie eine riesige Wolke. Darum legen wir alles ab, was uns beschwert, und auch die Schuld, die uns so leicht festhält. Und dann laufen wir mit langem Atem das Rennen, das vor uns liegt.

2Dabei schauen wir nur auf Jesus. Er hat den Glauben begründet, und er bringt ihn auch ans Ziel. Weil ihn am Ende große Freude erwartete, hielt er das Kreuz aus und ließ sich von der Schande nicht beeindrucken. Jetzt sitzt er rechts neben Gottes Thron.

3Denkt einmal daran, was Jesus alles ausgehalten hat: wie sehr ihn die Menschen angefeindet haben, die im Unrecht waren. Dann werdet ihr nicht müde und gebt innerlich nicht auf.

4Im Kampf gegen die Schuld habt ihr euch noch nicht bis zum Letzten gewehrt, es ist noch kein Blut geflossen.

5Habt ihr vergessen, was Gott euch sagt, als wärt ihr seine Kinder? „Mein Kind, nimm es ernst, wenn der Herr dich erzieht, und gib nicht auf, wenn er dich zurechtweist.

6Denn wen der Herr liebt, den erzieht er auch. Und jedes Kind, zu dem er Ja sagt, das nimmt er auch hart heran.“

7Haltet durch, wenn ihr Schweres erlebt, denn so erzieht euch Gott. Er behandelt euch wie seine Kinder. Welches Kind wird denn von seinem Vater nicht erzogen?

8Wenn ihr gar nicht erzogen würdet, obwohl alle echten Kinder das erleben, dann wärt ihr ja gar keine richtigen Kinder, sondern uneheliche.

9Unsere leiblichen Väter haben uns erzogen, und wir hatten Respekt vor ihnen. Wie viel mehr sollten wir uns dann dem himmlischen Vater unterordnen, von dem unser Geist kommt, damit wir wirklich leben?

10Unsere Väter haben uns nur eine kurze Zeit erzogen, so wie sie es eben für richtig hielten. Gott aber tut es zu unserem Besten, damit wir Anteil bekommen an seiner Heiligkeit.

11Wenn man gerade erzogen wird, fühlt sich das nie schön an, sondern tut weh. Aber wer sich darauf einlässt, erntet später etwas Gutes: Er lebt richtig und findet Frieden.

12Darum: Lasst eure Hände nicht hängen und macht eure Knie wieder fest.

13Geht geradewegs euren Weg, damit niemand, der schwach ist, stolpert und ganz aus der Bahn gerät, sondern wieder gesund wird.

14Bemüht euch um Frieden mit allen Menschen, und lebt so, wie Gott es will. Denn nur wer das tut, wird den Herrn einmal sehen.

15Passt aufeinander auf, dass keiner Gottes Geschenk verpasst. Lasst nicht zu, dass sich Bitterkeit ausbreitet wie eine Wurzel, die hochwächst, Ärger macht und am Ende viele ansteckt.

16Niemand soll ein sexuell zügelloses Leben führen oder Gott so wenig achten wie Esau. Der verkaufte für eine einzige Mahlzeit alle Rechte, die ihm als ältestem Sohn zustanden.

17Ihr wisst ja: Als er später doch den Segen haben wollte, wurde er abgewiesen. Es gab kein Zurück mehr, obwohl er unter Tränen darum bat.

18Ihr seid nicht an einen Ort gekommen, den man anfassen kann, mit loderndem Feuer, dichten Wolken, tiefer Dunkelheit und Sturm,

19mit dröhnendem Hornschall und einer Stimme, die Worte sprach — die Leute, die sie hörten, baten: Bitte hör auf, sag uns kein Wort mehr!

20Sie hielten den Befehl nicht aus, der lautete: „Sogar ein Tier, das den Berg berührt, muss gesteinigt werden.“

21Was sie sahen, war so erschreckend, dass sogar Mose sagte: „Ich habe solche Angst, dass ich zittere.“

22Nein, ihr seid zu etwas ganz anderem gekommen: zum Berg Zion, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem Jerusalem im Himmel, wo unzählige Engel sind,

23zu einem großen Fest. Dort ist die Gemeinde aller, die Gott zuerst gehören und deren Namen im Himmel stehen. Dort ist Gott, der über alle Menschen Recht spricht, und dort sind die Menschen, die nach Gottes Willen gelebt haben und nun am Ziel sind.

24Und ihr seid zu Jesus gekommen. Durch ihn hat Gott einen neuen Bund mit den Menschen geschlossen. Sein Blut spricht eine viel bessere Botschaft als das Blut Abels.

25Passt auf, dass ihr den nicht abweist, der zu euch spricht! Schon damals entkamen die Menschen ihrer Strafe nicht, als sie nicht hören wollten, was Gott ihnen auf der Erde sagte. Erst recht entkommen wir nicht, wenn wir uns von dem abwenden, der jetzt vom Himmel her redet.

26Damals brachte seine Stimme die Erde zum Beben. Jetzt aber hat er versprochen: „Noch einmal werde ich alles erschüttern, nicht nur die Erde, sondern auch den Himmel.“

27Mit den Worten „noch einmal“ macht Gott klar: Alles, was er geschaffen hat, kann erschüttert werden und wird verschwinden. Übrig bleibt nur das, was nicht erschüttert werden kann.

28Wir aber bekommen ein Reich geschenkt, das niemals erschüttert wird. Dafür wollen wir dankbar sein und Gott so dienen, wie es ihm gefällt: mit Respekt und Ehrfurcht.

29Denn unser Gott ist wie ein Feuer, das alles verzehrt.