Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

Galater 3

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Ihr Galater, wer hat euch nur so verblendet? Dabei wurde euch Jesus Christus klar vor Augen gestellt, wie er am Kreuz gestorben ist.

2Eine einzige Sache will ich von euch wissen: Habt ihr Gottes Geist bekommen, weil ihr das Gesetz erfüllt habt? Oder weil ihr die Botschaft gehört und geglaubt habt?

3Wie kann man nur so begriffsstutzig sein? Ihr habt mit Gottes Geist angefangen. Und jetzt wollt ihr es aus eigener Kraft schaffen?

4War denn so vieles, was ihr durchgemacht habt, für nichts? Es wäre wirklich umsonst gewesen.

5Gott schenkt euch seinen Geist und lässt Wunder bei euch geschehen. Warum tut er das? Weil ihr das Gesetz erfüllt? Nein, weil ihr die Botschaft gehört und geglaubt habt.

6Mit Abraham war es genauso: Er vertraute Gott, und genau das ließ ihn vor Gott als gerecht gelten.

7Begreift doch endlich: Wer glaubt, der ist ein wahrer Nachkomme Abrahams.

8Schon in der Heiligen Schrift war vorausgesehen, dass Gott die Menschen aller Völker durch ihren Glauben annehmen würde. Deshalb wurde Abraham diese gute Nachricht schon vorher zugesagt: Durch dich werden alle Völker gesegnet werden.

9Darum gilt: Wer glaubt, wird gesegnet, genau wie Abraham, der Gott vertraute.

10Wer dagegen meint, durch das Erfüllen des Gesetzes anerkannt zu werden, über dem hängt ein Fluch. Denn in der Schrift steht: Verflucht ist jeder, der nicht alles befolgt, was im Gesetzbuch steht.

11Eines ist klar: Durch das Gesetz wird niemand vor Gott als gerecht angesehen. Denn in der Schrift heißt es: Wer vor Gott gerecht ist, wird durch seinen Glauben leben.

12Beim Gesetz geht es aber gar nicht um Glauben. Da gilt nur: Wer alle Gebote tut, lebt durch sie.

13Christus hat uns von diesem Fluch des Gesetzes freigekauft. Er nahm den Fluch für uns auf sich. Denn in der Schrift steht: Verflucht ist jeder, der am Holz hängt.

14Das alles geschah, damit der Segen Abrahams durch Jesus Christus auch zu allen anderen Völkern kommt. So bekommen wir Gottes Geist, den er versprochen hat, weil wir glauben.

15Liebe Geschwister, ich erkläre es mal mit einem Beispiel aus dem Alltag: Wenn ein Mensch ein Testament rechtsgültig aufgesetzt hat, kann es niemand mehr für ungültig erklären oder etwas hinzufügen.

16Gott machte seine Zusagen an Abraham und an seinen Nachkommen. Beachtet: Es heißt nicht den Nachkommen, also viele, sondern es ist nur von einem einzigen die Rede: und deinem Nachkommen. Und dieser eine ist Christus.

17Ich will damit sagen: Gott hatte mit Abraham einen gültigen Bund geschlossen. Das Gesetz kam erst vierhundertdreißig Jahre später. Es kann diesen Bund nicht außer Kraft setzen und Gottes Zusage nicht streichen.

18Würde man das Erbe durch das Gesetz bekommen, dann nicht mehr aufgrund von Gottes Zusage. Doch Gott hat es Abraham frei geschenkt, weil er es ihm versprochen hatte.

19Wozu ist dann überhaupt das Gesetz da? Es wurde später hinzugefügt, wegen der Übertretungen der Menschen. Es sollte nur gelten, bis der Nachkomme käme, dem die Zusage galt. Engel gaben das Gesetz weiter, und ein Vermittler übergab es.

20Ein Vermittler steht immer zwischen zwei Seiten. Gott aber ist allein und braucht für seine Zusage niemanden zwischen sich und Abraham.

21Heißt das nun, dass das Gesetz gegen Gottes Zusagen gerichtet ist? Auf keinen Fall! Könnte ein Gesetz lebendig machen, dann würden wir tatsächlich durch das Gesetz vor Gott gerecht.

22Stattdessen sagt die Schrift: Alles steht unter der Macht der Schuld. So sollte allen, die glauben, geschenkt werden, was Gott versprochen hat, weil sie an Jesus Christus glauben.

23Bevor dieser Glaube kam, hielt uns das Gesetz wie in Gewahrsam fest. Es schloss uns ein, bis der Glaube sichtbar werden sollte, der noch kommen würde.

24So war das Gesetz wie ein Aufpasser, der uns bis zu Christus begleitete. Denn vor Gott gerecht werden sollten wir allein durch den Glauben.

25Jetzt aber ist der Glaube da. Darum brauchen wir diesen Aufpasser nicht mehr.

26Ihr seid jetzt nämlich alle Kinder Gottes, weil ihr an Jesus Christus glaubt.

27Denn ihr alle wurdet auf Christus getauft und gehört nun ganz zu ihm, als hättet ihr ihn wie ein Gewand angezogen.

28Jetzt zählt nicht mehr, ob einer Jude ist oder kein Jude, Sklave oder frei, Mann oder Frau. Denn ihr alle gehört zusammen und seid eins, weil ihr zu Jesus Christus gehört.

29Und weil ihr zu Christus gehört, seid ihr auch Nachkommen Abrahams. Damit gehört euch das Erbe, das Gott versprochen hat.