Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

2. Korinther 12

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Ich muss mich wohl rühmen, auch wenn es nichts bringt. Doch jetzt komme ich zu den Visionen und dem, was der Herr mir gezeigt hat.

2Ich kenne einen Menschen, der zu Christus gehört. Vor vierzehn Jahren wurde er bis in den dritten Himmel hinaufgenommen. Ob das mit seinem Körper geschah oder ohne ihn, weiß ich nicht. Nur Gott weiß es.

3Und ich weiß von diesem Menschen – ob mit Körper oder ohne, weiß ich nicht, nur Gott weiß es –,

4dass er ins Paradies hinaufgenommen wurde. Dort hörte er Worte, die man gar nicht in Sprache fassen kann und die kein Mensch wiedergeben darf.

5Über so einen Menschen kann ich ruhig stolz sein. Über mich selbst aber bin ich es nicht – höchstens darüber, wie schwach ich bin.

6Selbst wenn ich mich rühmen würde, wäre ich kein Dummkopf, denn ich würde ja die Wahrheit sagen. Aber ich lasse es lieber. Niemand soll mehr von mir halten, als er bei mir sieht oder von mir hört.

7Und damit ich wegen dieser gewaltigen Offenbarungen nicht überheblich werde, bekam ich etwas, das mich quält wie ein Stachel im Körper – ein Bote des Satans, der mir zusetzt. So bleibe ich auf dem Boden und werde nicht hochmütig.

8Dreimal habe ich den Herrn angefleht, mich davon zu befreien.

9Aber er hat mir geantwortet: Meine Gnade reicht dir. Denn gerade wenn du schwach bist, kann meine Kraft voll wirken. Deshalb bin ich am liebsten sogar stolz auf meine Schwäche – denn dann wohnt die Kraft von Christus in mir.

10Deshalb sage ich Ja zu meiner Schwäche, zu Beleidigungen, Notlagen, Verfolgung und Druck – alles für Christus. Denn genau dann, wenn ich schwach bin, bin ich stark.

11Jetzt rede ich wie ein Dummkopf – aber ihr habt mich dazu gezwungen. Eigentlich hättet ihr für mich eintreten müssen. Denn diesen ach so großartigen Aposteln stehe ich in nichts nach, auch wenn ich selbst gar nichts bin.

12Dass ich ein echter Apostel bin, habe ich euch ja bewiesen – mit großer Geduld, durch Zeichen, Wunder und Machttaten.

13Worin seid ihr denn schlechter behandelt worden als die anderen Gemeinden? Höchstens darin, dass ich euch nie auf der Tasche lag. Verzeiht mir dieses Unrecht!

14Pass auf: Ich bin jetzt zum dritten Mal bereit, euch zu besuchen, und ich werde euch wieder nichts kosten. Denn ich will nicht euer Geld, ich will euch selbst. Schließlich müssen ja nicht die Kinder für die Eltern sparen, sondern die Eltern für die Kinder.

15Und ich gebe gern alles her – ja, ich verbrauche mich selbst völlig für euch. Heißt das etwa: Je mehr ich euch liebe, desto weniger werde ich geliebt?

16Gut, ich habe euch nichts gekostet. Aber vielleicht denkt ihr: Der ist ja raffiniert, der hat uns mit einem Trick eingefangen.

17Habe ich euch denn durch einen meiner Mitarbeiter, die ich zu euch geschickt habe, ausgenommen? Bestimmt nicht.

18Ich habe Titus gebeten, zu euch zu kommen, und einen anderen Bruder mitgeschickt. Hat Titus euch etwa übers Ohr gehauen? Nein. Wir haben doch beide dieselbe Haltung, gehen denselben Weg.

19Vielleicht denkt ihr schon die ganze Zeit, wir wollten uns vor euch rechtfertigen. Aber wir reden vor Gott, verbunden mit Christus. Und alles, was wir tun, liebe Freunde, soll euch im Glauben stärken.

20Denn ich habe Angst, dass ich euch bei meinem Besuch anders vorfinde, als ich es mir wünsche – und dass auch ihr mich anders erlebt, als euch lieb ist. Ich fürchte, da gibt es Streit, Neid, Wutausbrüche, Eigennutz, üble Nachrede, Getratsche, Angeberei und Chaos.

21Ich habe Angst, dass mein Gott mich bei meinem nächsten Besuch vor euch beschämt und ich um viele trauern muss, die früher Schuld auf sich geladen haben und ihr Leben immer noch nicht geändert haben – weg von ihrem schmutzigen Treiben, ihren sexuellen Verfehlungen und ihrer Zügellosigkeit.