Augsburger GenerativBibel Neues Testament · Urtextnah · mittel · Lesefluss

1 · Urtextnah 2 · mittel 3 · Lesefluss
Kapitel 1 / 16

2. Korinther 10

Augsburger GenerativBibel Lesefluss

1Ich, Paulus, bitte euch persönlich um etwas — und zwar so freundlich und nachsichtig, wie auch Christus es war. Man sagt ja, im direkten Gespräch sei ich zaghaft, aber aus der Ferne trete ich forsch auf.

2Ich bitte euch nur um eines: Zwingt mich nicht, wenn ich komme, hart durchzugreifen. Denn ich bin fest entschlossen, mir die vorzunehmen, die behaupten, wir würden ganz nach menschlichen Maßstäben handeln.

3Natürlich sind wir auch nur Menschen. Aber wir kämpfen nicht mit menschlichen Mitteln.

4Unsere Waffen sind keine gewöhnlichen Waffen. Es ist Gottes Kraft, mit der wir selbst die stärksten Festungen einreißen.

5Wir räumen mit falschen Überlegungen auf und mit jeder hochmütigen Schranke, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auflehnt. Jeden einzelnen Gedanken machen wir Christus gehorsam.

6Und sobald ihr selbst wirklich gehorsam seid, sind wir bereit, jeden Ungehorsam zur Rechenschaft zu ziehen.

7Ihr schaut nur auf das, was an der Oberfläche liegt. Wer von sich überzeugt ist, dass er zu Christus gehört, der sollte eines nicht vergessen: Genauso wie er zu Christus gehört, gehören auch wir zu ihm.

8Und selbst wenn ich mit unserer Vollmacht ein bisschen zu sehr angebe — der Herr hat sie uns ja gegeben, um euch aufzubauen, nicht um euch fertigzumachen —, muss ich mich dafür nicht schämen.

9Es soll nur nicht so aussehen, als wollte ich euch mit meinen Briefen Angst einjagen.

10Manche sagen ja: „In seinen Briefen ist er hart und kraftvoll, aber wenn er selbst da ist, wirkt er schwach, und reden kann er auch nicht.“

11Wer so denkt, der soll sich klarmachen: Wie wir aus der Ferne in unseren Briefen reden, genauso werden wir auch handeln, wenn wir bei euch sind.

12Wir trauen uns gar nicht, uns mit den Leuten auf eine Stufe zu stellen oder zu vergleichen, die sich selbst so loben. Sie nehmen ja nur sich selbst als Maßstab und vergleichen sich nur mit sich selbst — und merken nicht, wie unsinnig das ist.

13Wir dagegen geben nicht grenzenlos an. Wir bleiben in dem Bereich, den Gott uns zugewiesen hat — und der reicht eben bis zu euch.

14Wir übertreiben also nicht, als hätten wir euch nie erreicht. Im Gegenteil: Wir waren wirklich bei euch und haben euch die gute Nachricht von Christus gebracht.

15Wir geben auch nicht mit der Arbeit anderer an. Stattdessen hoffen wir: Wenn euer Glaube wächst, wird unser Einsatz bei euch immer größer — weit über das hinaus, was wir bisher tun konnten,

16Dann können wir die gute Nachricht auch in den Gebieten weitergeben, die noch hinter euch liegen. Wir wollen uns ja nicht mit Dingen brüsten, die andere in ihrem Gebiet schon erledigt haben.

17Und wer angeben will, der soll nur eines hervorheben: was der Herr getan hat.

18Denn anerkannt ist nicht, wer sich selbst lobt, sondern wen der Herr anerkennt.